Allgemeine Daten
 
Tagebuch
 
Tipps
 
Links
 
Fotos
 
Gästebuch
 
Startseite
  < Mai 03
      
  Juni: Es geht zu Ende - Heizung aus - Flipper macht schlapp - Sie kommen wieder
     
      
  01.06.2003

Das Wasser ist mittlerweile nicht mehr gar so grün und auch die Temperatur ist bereits auf 28°C gesunken. Die Behandlung klingt also langsam aus, leider ohne den durchschlagenden Erfolg gebracht zu haben. Die Fische scheuern sich immer noch gelegentlich, auch wenn sie von den Schuppen her nicht mehr so getrübt und fleckig aussehen. Unangenehm wird die Situation bei den Guppys, denn nachdem ich das eine der alten Weibchen töten musste, vegetiert nun auch das andere vor sich hin. Es steht entweder regungslos und schwer atmend unter der Wasseroberfläche oder in Bodennähe. Ich habe den Eindruck, dass es eigentlich Babys gebären müsste, aber aus irgendwelchen Gründen an "Verstopfung" leidet. Aus der Geburtsöffnung schaut jedenfalls etwas rotes ein Stückchen weit hervor. Ich hoffe, sie schafft es, denn wenn auch sie stirbt, steht das blonde Weibchen, als letztes ausgewachsenes, bei fünf Männchen unter Dauerstress. Alle andere Weibchen sind noch halbwüchsig.
Schlimm ist auch die Pflanzensituation. Gestern habe ich alle gelb gewordenen Blätter entfernt. Das Becken ist nun so übersichtlich wie seit der Erstbepflanzung nicht mehr. Wie ich feststellen musste, hat es auch den Perlenkrautbusch vollends dahingerafft. Es blieb nur ein blattloses Gerippe aus Stengeln und Wurzeln, dass ich weggeworfen habe. Aufgelöst hat sich auch das Teichlebermoos und viele Muschelblumenblätter. Der Büschelfarn ist teilweise rot geworden, so, als ob er die Farbe des Acriflavin angenommen hätte. Das einzig Positive: Die Corys haben nun wieder mehr freie Bodenfläche.
Etwas dicht ist anscheinend die Matte geworden, denn der Wasserstand hinter der Matte ist im Vergleich zum Restbecken abgesunken. Daher war es nötig, die Pumpe tiefer zu legen, damit sie nicht plötzlich im Trockenen arbeitet. Mit zwei Rohrwinkeln und einem ordentlichen Stück Schlauch war diese Maßnahme aber problemlos durchzuführen.
Was gibt es noch? Mit etwas Glück habe ich bald sechs statt vier Cabombastengel, denn zwei Seitentriebe sind schon gut fünf Zentimeter groß. Wäre schön, wenn ich diese Pflanze wieder etwas vermehren könnte.
Die kleinen Ancistren sind jetzt bereits 1,8 cm groß, der eine aus dem ersten Wurf sogar schon 3 cm. Noch zwei Monate, dann kann ich sie abgeben. Bis jetzt scheinen Bröckchen und Zuckel auch noch nicht den dritten Wurf zu planen.

      
  03.06.2003

Wie befürchtet, ist nun auch das andere Weibchen gestorben. Gestern fand ich ihren Kadaver im Pflanzengestrüpp zu Fuße der Vallisnerien.
Neun Guppys sind es nun noch, davon 5 ausgewachsene Männchen und ein ausgewachsenes sowie drei halbwüchsige Weibchen. Nicht gut, dieses Verhältnis, aber vorerst kann ich keine Guppys abgeben. Vielleicht klappt es in zwei Monaten, wenn ich die kleinen Antennenwelse abgeben kann.
Außerdem habe ich gestern noch die Pflanzen zurückgeschnitten und die Belüftung abgestellt, damit so langsam wieder Normalität ins Becken einkehrt. Freitag wird ein Wasserwechsel gemacht und dann wird auch die grünliche Färbung des Wasser noch weiter zurückgehen. Die Temperatur ist bereits jetzt wieder auf Normalwerte gesunken.
Nach der gemachten Erfahrung würde ich nicht noch einmal mit Acriflavin behandeln. Zwei tote Fische und viele abgestorbene Pflanzen bei null Heilwirkung ist nicht besonders ausgewogen.

      
  13.06.2003

Die letzten Tage verliefen aus aquaristischer Sicht und nach der schwarzen Phase zuvor endlich mal wieder ereignislos. Es gibt keine weiteren Todesfälle zu beklagen, die Fische scheuern sich etwas weniger als zuvor, aber gelegentlich immer noch, und die Pflanzenbestände haben sich auch wieder gefangen, denn überall sprießen neue Triebe aus dem Boden. Außerdem habe ich bei beiden Becken die Heizung abgestellt, denn auch ohne Heizstab pendelt sich die Wassertemperatur im Sommer zwischen 24 und 25°C ein.
Trotzdem gab es ein "einzigartiges" Ereignis, denn ich musste zum ersten Mal, seit ich das Becken vor 9 Monaten gestartet habe, den Flipper säubern, da die Blasen nicht mehr durch das Bakteriendickicht am Ende des Zulaufröhrchens kamen, sondern letztlich irgendwann neben dem Flipper hochgestiegen sind, was ja nicht Sinn der Sache ist.
Interessanter wird es hoffentlich in der kommenden Woche. Da habe ich nämlich Urlaub und plane mal wieder einen Amanozuchtversuch zu starten. Das Salzwasserbecken läuft ja jetzt lange genug ein. Trächtige Amanoweibchen habe ich auch reichlich, nur ob sie gerade in der nächsten Woche die Larven abwerfen kann ich natürlich nicht vorhersehen. Ich bin gespannt und mal wieder optimistisch.

      
  15.06.2003

Da ist irgend etwas komplett schief gelaufen. Gestern habe ich eine trächtige Amano-Garnele herausgefangen und in eine drei Liter Schüssel mit Wasser gesetzt. Dazu noch eine Kokosnusshöhle und fertig. Bei meinen ersten Versuchen Anfang des Jahres haben es die Weibchen unter ähnlichen Bedingungen zwei Tage ausgehalten, ohne das kleinste Anzeichen von Unwohlsein und dabei noch regelmäßig Larven freigesetzt. Tja, damals. Heute Nachmittag hingegen habe ich die Garnele in den letzten Zuckungen auf der Seite liegend vorgefunden. Zwar habe ich sie sofort ins große Becken zurück verfrachtet, aber sie hatte keine Chance gegen ihre Artgenossen, die sie sofort verspeist haben. Da kennen die keine Verwandten. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich eine zuvor offensichtlich fidele Garnele dem Tod überantwortet habe. Beim nächsten Mal vielleicht ohne Kokosnuss? Der nächste Versuch hat aber zunächst mal Zeit, momentan ist auch eh kein anderes Weibchen weit genug.
Gestern habe ich auch richtig ausgiebig ins Aquarium geschaut und keinen einzigen Fisch beobachtet, der sich gescheuert hätte. Das gab es ewig nicht mehr. Anscheinend hat die Acriflavin-/ Hochtemperatur-Behandlung doch angeschlagen. Ich hoffe, es war auch ein endgültiger Vernichtungsschlag gegen die Parasiten und nicht nur eine vorübergehende Eindämmung. Die Fische weisen jetzt auch kaum noch graue bzw. belegte Körperstellen auf, anscheinend haben sie sich hinterher doch nur noch gescheuert, weil die abgestorbenen Parasiten und die betroffenen, aber heilenden Körperstellen gejuckt haben.
Schließlich habe ich nach langer Zeit mal wieder die wesentlichen Wasserwerte gemessen. Einen Tag nach dem Wasserwechsel war das Wasser leicht härter geworden und der PH ist von 6,8 auf 7,0 gestiegen. Nitrat ging von 12,5 mg/l auf 25 mg/l, aber das liegt daran, dass ich kurz vorher erst die Reste einer halben Paprika entfernt habe, die anderthalb Tage lang im Wasser lag. Wenn ich beim nächsten mal wieder vor dem wasserwechsel messe, werde ich voraussichtlich die gewohnten Werte erreichen.

      
  20.06.2003

Tja, mein Urlaub ist schon wieder so gut wie vorbei, aber mit dem Amano-Versuch ist es leider nichts geworden. Das einzig Neue ist eine Pflanze, die ich heute bei IKEA erstanden habe. Eigentlich wollte ich das nach der ersten negativen Erfahrung ja lassen, aber wiederstehen konnte ich dann doch nicht. Es handelt sich um eine feinblättrige Pflanze, die im großen Becken ja Mangelware sind, seit das Hornkraut verschwunden ist. Den Namen kann ich noch nicht angeben, denn auf den Bechern steht keine Bezeichnung und im Internet habe ich noch nicht recherchiert. Sie sieht jedenfalls ein bißchen aus wie ein Nadelbaumast. Fünf Stengelchen waren im Becher. Dann gibt es noch einen Zurückkehrer, denn das Perlenkraut (Micranthemum umbrosum), das ich nach der Acriflavin-Behandlung schon gestrichen hatte, ist wieder mit einem kleinen Stengelchen an der Matte aufgetaucht. Wie, um auf Nummer sicher zu gehen, wächst ein Teil submers, der andere emers. Trotzdem wird es noch Wochen dauern, bis sich daraus wieder ein schöner Busch entwickelt hat.
Zu guter Letzt habe ich die Pumpe wieder näher unter der Wasseroberfläche platziert. Da ich nun wieder wöchentlich einen Teilwasserwechsel durchführe, besteht die Gefahr nicht mehr, dass die Pumpe plötzlich trocken liegt. Innerhalb von ein paar Tagen sinkt der Wasserstand hinter der Matte nämlich nicht so extrem ab.

      
  29.06.2003

So wie es aussieht, habe ich mit der Behandlung die Parasiten doch nicht vollständig vernichtet. Die Trauermantelsalmler haben wieder die grauen Ausschläge bekommen, sie scheuern sich regelmäßig oder schießen wegen Juckreiz durchs Becken. Schöner Mist, gerade jetzt, wo sich die Pflanzen wieder erholt haben. Wenn ich nun erneut die Temperatur erhöhe und Acriflavin hinzufüge und das ganze dann noch zwei Wochen lang, um auf Nummer sicher zu gehen, kann ich mich von einigen Pflanzen verabschieden, das ist jetzt schon klar. Ich werde mal sehen, ob ich im kleinen Becken Platz schaffen kann, um ein paar Exemplare der gefährdeten Arten zu sichern. Die andere Alternative wäre nicht zu behandeln und die nächsten Wochen und Monate abzuwarten, ob sich das Problem nicht von alleine löst. Damit meine ich natürlich, dass die Parasiten verschwinden und nicht die befallenen Fische. Tja, ich werde die nächsten Tage mal drüber nachgrübeln. Da die Behandlung aber grundsätzlich für kurze Zeit eine Heilung gebracht hat und im Sterba z.B. auch empfohlen wird, die Behandlung gleich noch mal zu wiederholen, wenn der Parasitenbefall sehr hartnäckig ist, tendiere ich momentan zum erneuten Anrichten einer grünen Giftbrühe nach dem nächsten Wasserwechsel mit 1 g Acriflavin.
Ansonsten passiert nichts. Nur im kleinen Salwasserbecken entwickelt sich seit Kurzem ein grüner Algenteppich. Es wird also Zeit, dass ich endlich mal ein paar Amano-Larven einsetzen kann, biologisch aktiv scheint das Wasser ja zu sein.

      
  < Mai 03